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Hintergründe und Basis der Planung
(Kommunale Wärmeplanung für Eutin)
Das Projekt Eutin 2040 beinhaltet unter anderem auch die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung, wie sie gesetzlich gefordert und beschrieben ist.
Was ist eigentlich eine kommunale Wärmeplanung?
Grundlage der kommunalen Wärmeplanung ist das Energiewende- und Klimaschutzgesetz Schleswig-Holstein (EWKG-SH). Gem. dem § 7 des EWKG-SH sind die Städte und Gemeinden verpflichtet, kommunale Wärmeplanungen aufzustellen.
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, um eine effiziente, nachhaltige und bedarfsgerechte Wärmeversorgung sicherzustellen. Ziel ist es, den Wärmebedarf der Bevölkerung und der Industrie zu analysieren und passende Maßnahmen für eine klimafreundliche Wärmebereitstellung zu entwickeln.
Dabei bietet die kommunale Wärmeplanung einen umfassenden Überblick darüber, wie in den einzelnen Gebieten eine klimaneutrale Wärmeversorgung realisiert werden kann. Sie zeigt auf, welche Energiequellen zur Wärmeversorgung genutzt werden können, welche Schritte notwendig sind, um die Klimaziele zu erreichen, und welche Akteure aktiv in den Planungsprozess einbezogen werden müssen.
Im Rahmen der Wärmeplanung werden Eignungsgebiete ermittelt und Bereiche ausgewiesen, die sich besser für eine dezentrale Wärmeversorgung eignen. Zudem wird ein entsprechendes Maßnahmenprogramm entwickelt, das einen Zeitrahmen sowie eine Priorisierung der einzelnen Schritte umfasst.
Weitere umfassende Information finden Sie hier:
Was ist eine Bestandsanalyse?
Eine Bestandsanalyse der kommunalen Wärmeplanung ist ein systematischer Prozess, bei dem die aktuelle energetische Situation einer Gemeinde oder Stadt bewertet wird. Sie dient als Grundlage für die Entwicklung von Strategien zur Optimierung der Wärmeversorgung.
Die Bestandsanalyse umfasst in der Regel folgende Aspekte:
Wärmebedarf: Ermittlung des aktuellen Wärmebedarfs in verschiedenen Sektoren (z. B. Wohngebäude, Gewerbe, Industrie) und Analyse der saisonalen Schwankungen.
Gebäudestruktur: Bewertung der bestehenden Gebäude, einschließlich ihrer energetischen Eigenschaften, Baujahre und Nutzungstypen. Dies hilft, die Effizienzpotenziale zu identifizieren.
Versorgungsinfrastruktur: Analyse der vorhandenen Wärmeversorgungssysteme, wie Fernwärmenetze, Heizkraftwerke, individuelle Heizungen und erneuerbare Energiequellen.
Treibhausgasbilanz: Erfassung der Emissionen, die aus der Wärmeversorgung resultieren, um die Umweltauswirkungen zu bewerten und Zielvorgaben für die Reduktion von Treibhausgasen festzulegen.
Durch die Bestandsanalyse können gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, zur Integration erneuerbarer Energien und zur Reduktion von CO₂-Emissionen entwickelt werden. Dies bildet die Basis für die Umsetzung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wärmeversorgung in der Kommune.
Clustereinteilung des Eutiner Stadtgebietes
Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung werden ähnliche und zusammenhängende Versorgungsstrukturen zu Clustern zusammengefasst. Für das Gesamtprojekt wird eine einheitliche Clustereinteilung verwendet, die sich an der Clusterstruktur im HS1 (Wärmestrategie/kommunale Wärmeplanung) orientiert.
Die gesamte Gemeinde Eutin wurde auf Basis der Stadtteile, Straßenzüge und Seen in zehn unterschiedliche Cluster eingeteilt. Die Definition des Clusters „historischer Stadtkern“ basiert auf dem vorliegenden Sanierungskonzept der Stadt Eutin für die Altstadt. In Abstimmung mit den Stadtwerken Eutin wurde das südliche Stadtgebiet in die Cluster Meinsdorfer Weg, Gewerbegebiet Süd und Charlottenviertel eingeteilt.
Treibhausgasbilanz
Ableitung der derzeitigen Treibhausgasbilanz für den Wärmesektor Der Endenergieverbrauch wird basierend auf den Nutzungsgraden der jeweiligen Technologien aus dem Wärmebedarf berechnet. Mithilfe von Emissionsfaktoren nach BISKO wird anschließend die Treibhausgasbilanz
Versorgungsinfrastruktur
Anteile der Energieträger am Wärmebedarf Die Anteile von Wärmenetzen und Gas werden aus der vorangegangenen Analyse übernommen. Der unbekannte Rest des Wärmemarkts wird anhand bekannter Werte für Schleswig-Holstein geschätzt. Dabei
Der Wärmeatlas
Ein Wärmeatlas ist eine kartografische Darstellung, die Informationen über den Wärmebedarf und das Wärmeangebot in einer bestimmten Region oder Stadt liefert. Er enthält oft verschiedene Daten, wie zum Beispiel: Wärmeverbrauch
Was ist eine Wärmebedarfsprognose?
Was ist eine Wärmebedarfs-prognose?
Eine Wärmebedarfsprognose in der kommunalen Wärmeplanung ist die Schätzung des zukünftigen Wärmebedarfs in einem bestimmten Gebiet. Sie basiert auf historischen Verbrauchsdaten, klimatischen Bedingungen und geplanten städtebaulichen Entwicklungen.
Die Prognose hilft, den zukünftigen Wärmebedarf zu quantifizieren und geeignete Maßnahmen zur Wärmeversorgung zu planen. Dabei werden statistische und simulative Methoden eingesetzt, um präzise Werte zu ermitteln. Die Ergebnisse unterstützen die Dimensionierung von Heizsystemen und die Entwicklung von Strategien zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen sowie zur Integration erneuerbarer Energien in die Wärmeversorgung.
Wie sieht der zukünftige Wärmebedarf für Eutin aus?
Die Entwicklung des Wärmebedarfs im Stadtgebiet Eutin wurde anhand verschiedener Kennzahlen mit einem Gebäudemodell des Planungsbüros BET ermittelt, das die Stadt Eutin und die Stadtwerke bei der kommunalen Wärmeplanung unterstützt.
Dieses Modell berücksichtigt mehrere Faktoren, um den zukünftigen Wärmebedarf präzise abzuschätzen: eine jährliche Sanierungsrate von 1,3 % und eine mittlere Sanierungstiefe, die den Wärmebedarf um
35 % reduziert.
Auch der Klimawandel spielt eine Rolle – eine erwartete Verringerung der Gradtagzahlen um 10 % führt zu einer weiteren Reduktion des Wärmebedarfs. Zudem fließen geplante Neubaugebiete und Annahmen zu Abriss, Neubau und Nachverdichtung ein, die auf dem deutschen Durchschnitt basieren.
So entsteht eine umfassende Prognose, die die Planung geeigneter Maßnahmen zur Deckung des zukünftigen Wärmebedarfs ermöglicht. Insgesamt wird bis 2045 eine Reduktion des Wärmebedarfs um etwa 19 % erwartet.
Erneuerbare Wärmepotenzialanalyse
Erneuerbare Wärme-potenzial-analyse
Für die Potenzialanalyse werden die technischen Möglichkeiten aller im Gemeindegebiet erschließbaren erneuerbaren Energiequellen erfasst, basierend auf öffentlich zugänglichen Datenquellen. Dazu zählen Biomasse, tiefe und oberflächennahe Geothermie, Solarthermie auf Freiflächen und Dächern, Umweltwärme, sowie Abwärme aus der Industrie und dem kommunalen Abwasser. Diese Potenziale werden, soweit möglich, räumlich visualisiert. Zudem sollten die verfügbaren regenerativen Strompotenziale für Wärmeanwendungen, einschließlich der Kraft-Wärme-Kopplung, ermittelt werden, da sie ein wichtiger Bestandteil der Wärmewendestrategie sind. Um die maximalen Nutzungspotenziale festzulegen, werden diese unter Berücksichtigung von Ausschlusskriterien wie Flächenverfügbarkeit und vorrangigen anderen Nutzungen analysiert.
Welche technischen Wärmepotenziale wurden für das Stadtgebiet Eutin untersucht?
Für die verschiedenen Technologien zur nachhaltigen Wärmegewinnung wurden erste Potenzialabschätzungen vorgenommen. So wird das Potenzial der Solarthermie auf Freiflächen auf den dafür vorgesehenen Flächen abgeschätzt. Auch das Potenzial der Abwasserwärme wird auf Grundlage der Daten der städtischen Kläranlage ermittelt. Oberflächennahe Geothermie wird ebenfalls auf ausgewählten Flächen geprüft, während bei der Tiefengeothermie möglicherweise Potenzial vorhanden sein könnte.
Darüber hinaus werden auch die Potenziale der Fluss- und Seewärmenutzung untersucht. Hierbei stehen der Große und der Kleine Eutiner See sowie der Fluss Schwentine im Fokus der Betrachtung.
Wärmenetzgebiete
Die von den Stadtwerken Eutin (SWE) vorgeschlagenen Wärmenetze sind in drei Netzgebiete unterteilt, die entlang der Bahntrasse als natürliche Grenze angeordnet sind: Eutin Nord, Eutin Süd und Charlottenviertel. Diese Gebiete
Tiefengeothermie
Potenziale zur Nutzung von Tiefengeothermie Der östliche Teil der Stadt Eutin liegt im Gebiet des untersuchungswürdigen Rhät-Sandsteins. Laut den Daten des Geodienstes Schleswig-Holstein haben diese Informationen jedoch eine geringe Qualität.
Solarthermie
Welche potenzielle Flächen wurden ermittelt? Im Rahmen der städtischen Entwicklung im Südwesten von Eutin wurden Potenzialflächen identifiziert, die in einem Übersichtsplan festgehalten sind. Diese Flächen bieten wichtige Möglichkeiten für zukünftige
Abwasser-Wärmepumpe
Die Kläranlage der Stadt Eutin befindet sich im Norden des Stadtteils Hochkamp. Die Stadt Eutin hat die folgenden Messdaten aus der Kläranlage zur Verfügung gestellt: Anhand des mittleren Durchflusses und
Flusswasserwärmepotenzial
Wie funktioniert eine Flusswasserwärmepumpe? Eine Flusswasserwärmepumpe nutzt die im Flusswasser gespeicherte Wärme zur Beheizung von Gebäuden. Zunächst wird Wasser aus dem Fluss entnommen, das seine Wärme an ein Kältemittel abgibt,
Oberflächennahe Geothermie
Was ist die Oberflächennahe Geothermie? Oberflächennahe Geothermie nutzt die in den obersten Erdschichten gespeicherte Wärme bis zu einer Tiefe von etwa 400 Metern. Sie wird durch Erdwärmesonden oder Erdkollektoren erschlossen,
Seewasserwärmepotenzial
Wie funktioniert eine Seewasserwärmepumpe? Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt die in Gewässern gespeicherte thermische Energie zur Heizung und Kühlung von Gebäuden. Dabei werden Pumpen eingesetzt, um Wasser aus Seen oder Flüssen zu
Erneuerbare Stromquellen
Welche Flächen sind in Eutin als PV-Potenzialflächen ausgewiesen? Im Rahmen der städtischen Entwicklung wurden in Eutin Photovoltaik-Potenzialflächen ausgewiesen, die bei der kommunalen Wärmeplanung in die Potenzialanalyse einfließen. Je nach Szenario
Zielszenario I Räumliches Konzept & Maßnahmenprogramm
Zielszenario I Räumliches Konzept & Maßnahmen-programm
Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung bildet das Zielszenario den abschließenden Schritt der Planung. Es vereint das räumliche Konzept und den Maßnahmenkatalog, der konkrete Umsetzungsmaßnahmen für eine zukunftssichere, klimafreundliche Wärmeversorgung aufzeigt. Das räumliche Konzept legt fest, welche Gebiete sich für unterschiedliche Wärmelösungen besonders eignen und welche Infrastrukturen notwendig sind, um die Wärmeversorgung langfristig sicherzustellen. Das Maßnahmenprogramm gibt darüber hinaus einen strukturierten Überblick über die erforderlichen Schritte und Investitionen, um die Vision einer klimaneutralen Stadt zu realisieren.
Maßnahmenprogramm I Festlegung und Priorisierung
Die empfohlenen Maßnahmen werden in umsetzungsorientierten Steckbriefen dargestellt und anhand verschiedener Kriterien umfassend bewertet. Neben einer detaillierten Beschreibung jeder Maßnahme werden die folgenden Aspekte berücksichtigt: die angestrebten Ziele, die jeweilige
Räumliches Konzept der Wärmeversorgung bis 2040
Kombination aus Top-Down und Bottom-Up-Ansatz Durch die gezielte Kombination eines Top-Down-Ansatzes, der nationale und übergeordnete Strategien berücksichtigt, mit einem Bottom-Up-Ansatz, der die spezifischen lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Bevölkerung in