Ein Wärmeatlas ist eine kartografische Darstellung, die Informationen über den Wärmebedarf und das Wärmeangebot in einer bestimmten Region oder Stadt liefert. Er enthält oft verschiedene Daten, wie zum Beispiel:
- Wärmeverbrauch in unterschiedlichen Sektoren (z. B. Wohngebäude, Gewerbe),
- Verfügbarkeit von Wärmequellen (z. B. Abwärmequellen, Erdwärme, Flusswasser, Biomasse),
- Netzinfrastruktur (z. B. bestehende Fernwärmenetze),
- Potenziale für erneuerbare Energien.
Der Wärmeatlas unterstützt Planer und Entscheidungsträger dabei, die besten Lösungen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung zu entwickeln und die kommunale Wärmeplanung zu optimieren. Indem er die Daten visuell darstellt, wird ersichtlich, in welchen Gebieten der Bedarf hoch ist und wo es Potenzial für umweltfreundliche Wärmequellen gibt.
Ein Wärmeatlas benötigt verschiedene Daten und Informationen, um eine effektive Grundlage für die Wärmeplanung zu bieten. Hier sind die wesentlichen Punkte:
Ein Wärmeatlas braucht:
- Daten zum Wärmebedarf: Informationen darüber, wie viel Wärme in verschiedenen Gebäudetypen (Wohngebäude, Industrie, Gewerbe) benötigt wird.
- Informationen zu Wärmequellen: Angaben über mögliche Wärmequellen wie Geothermie, Biomasse, Abwärme oder Flusswasser, die zur Versorgung genutzt werden könnten.
- Infrastruktur-Daten: Karten von bestehenden und geplanten Fernwärmenetzen und Heizungsinfrastrukturen.
- Wärmeliniendichte: Daten zur Wärmeliniendichte, die anzeigt, wie viel Wärme pro Meter Leitung benötigt wird, um wirtschaftliche Netzerweiterungen zu identifizieren.
- Erneuerbare Energien-Potenziale: Daten über das Potenzial für erneuerbare Energien in der Region, wie Solarthermie oder Wärmepumpen.
- Demografische und geografische Informationen: Bevölkerungsdichte, Gebäudedichte, Höhenprofile und ähnliche Faktoren, die die Wärmeplanung beeinflussen.
Der Wärmebedarf in Eutin teilt sich fast gleichmäßig in Ein-, Mehrfamilienhäuser und Nicht-Wohngebäude auf. Die Cluster Neudorf, Meinsdorfer Weg, Hochkamp und der historische Stadtkern weisen den höchsten Wärmebedarf auf.
Bewertung von drei Einfamilienhäuser



Bewertung von drei Mehrfamilienhäuser



Der konsolidierte Wärmeatlas für das Projekt
Die Abweichung der Wohnflächen von der amtlichen Statistik wurde korrigiert, und ein Abgleich mit den Gasabsatzdaten bestätigt die gute Übereinstimmung der Wärmebedarfe. Die Einteilung der Gebäude in die nebenstehend dargestellten Typgebäude wurde zudem leicht angepasst.
NWG: Nicht-Wohngebäude, Neu-Bestand: Baualter ab 2000, Bestand: 1970-2000, Alt-Bestand: vor 1970
Insgesamt ergibt sich ein Wärmebedarf der Wohngebäude von 162 GWh, während die Nicht-Wohngebäude einen Wärmebedarf von 60 GWh aufweisen. Besonders auffällig ist, dass Alt-Bestands-Einfamilienhäuser mit 39 GWh, was 24 % des gesamten Wärmebedarfs der Wohngebäude entspricht, den größten Anteil ausmachen. Auch Bestands-Mehrfamilienhäuser tragen mit 25 GWh und 15 % erheblich zum Wärmebedarf bei.
Im Gegensatz dazu haben Neubauten aufgrund ihres niedrigen spezifischen Wärmebedarfs und der geringeren Anzahl mit insgesamt 3 GWh lediglich einen relativ kleinen Anteil von 2 % am Wärmebedarf in Eutin.
Wärmeliniendichte
Die Wärmeliniendichte ist ein wichtiges Kriterium, um zu entscheiden, wo der Aufbau eines Wärmenetzes sinnvoll und wirtschaftlich ist.
Je höher die Wärmeliniendichte, desto effizienter und wirtschaftlicher ist der Betrieb eines Wärmenetzes in diesem Gebiet, da mehr Wärme auf kürzerer Leitungslänge verteilt wird.
Eine hohe Wärmeliniendichte deutet darauf hin, dass viele Gebäude dicht beieinander liegen und einen hohen Wärmebedarf haben – etwa in städtischen Gebieten oder dicht bebauten Vierteln. In ländlichen oder weniger dicht besiedelten Gebieten ist die Wärmeliniendichte meist geringer, wodurch der Ausbau eines Wärmenetzes dort weniger rentabel wäre.
Die Wärmebedarfe der einzelnen Cluster
Die Wärmebedarfe der einzelnen Cluster unterscheiden sich stark. Die Anteile der Typgebäude sind bis auf den historischen Stadtkern homogener. Im Allgemeinen dominieren nach Nicht-Wohngebäuden die Typgebäude MFH-Bestand und EFH/DHH/RH Alt-Bestand über nahezu alle Cluster.
