Die von den Stadtwerken Eutin (SWE) vorgeschlagenen Wärmenetze sind in drei Netzgebiete unterteilt, die entlang der Bahntrasse als natürliche Grenze angeordnet sind: Eutin Nord, Eutin Süd und Charlottenviertel.
Diese Gebiete werden mit den Potenzialflächen, den möglichen Wärmequellen und den ermittelten Wärmebedarfen kombiniert, um verschiedene Erzeugungsvarianten zu definieren. Für die erste Kostenschätzung gelten folgende Annahmen: Es wird keine optimierte Einsatzsimulation auf Basis der Energiepreise berücksichtigt, da hohe Strompreise negative Effekte bei hohem Bedarf verursachen könnten.
Zudem wird auf eine redundante Auslegung der Erzeuger verzichtet. Es handelt sich um eine Momentaufnahme des Gesamt-Wärmebedarfs ohne Berücksichtigung des Wärmenetzhochlaufs, was eine optimistische Betrachtung darstellt. Schließlich erfolgt die Berechnung der Wärmekosten zuzüglich Netzkosten.
Potenzielles Erzeugungsportfolio für das Wärmenetzgebiet Eutin Süd
Nach dänischem Vorbild wird eine Solarthermieanlage mit einem Erdbeckenspeicher (PTES) kombiniert, der als saisonaler Speicher fungiert. Der solare Anteil an der gesamten Wärmeerzeugung beträgt 40 %. In der Sommerperiode wird der Speicher mit den überschüssigen Wärmemengen der Solarthermieanlage befüllt, während er in der Heizperiode wieder entladen wird.

Zusätzlich dient das Erdbecken als großer Pufferspeicher. Die restliche Last wird durch eine Luft-Wärmepumpe und einen Biomassekessel, der mit Holzpellets betrieben wird, gedeckt. Die Spitzenlast wird durch einen Gaskessel abgedeckt.

Potenzielles Erzeugungsportfolio für das Wärmenetzgebiet Eutin Nord
Im Norden des Wärmenetzgebiets Nord werden verschiedene Wärmequellen erschlossen, darunter die Abwasserwärmenutzung der Kläranlage sowie die Flusswärmenutzung der Schwentine. Ergänzend dazu deckt eine Luft-Wärmepumpe die Mittellast ab, während in der Spitzenlast Gaskessel zum Einsatz kommen.

Potenzielles Erzeugungsportfolio für das Wärmenetzgebiet Charlottenviertel
Bei erfolgreicher Nutzung der Tiefengeothermie wird das Charlottenviertel an das Wärmenetzgebiet Eutin Süd angeschlossen, um die Wärme aus der Tiefengeothermie entsprechend zu nutzen. Ergänzend dazu decken eine Luft-Wärmepumpe und ein Biomassekessel die Mittellast ab, während in der Spitzenlast Gaskessel zum Einsatz kommen.
Da die aktuelle Datenlage bezüglich der Tiefengeothermie in Eutin eher unzureichend ist und durch die erste Machbarkeitsstudie ein hohes Fündigkeitsrisiko herausgestellt wurde, wird das Charlottenviertel voraussichtlich an das Kraftwerk Süd angeschlossen und versorgt.

Substitution der Gasverbrennung
Die Stadtwerke Eutin arbeiten an einer Lösung den Anteil der Wärme, der im Szenario durch Gaskessel erzeugt wird, durch 100 % erneuerbare Wärmeerzeugung zu ersetzen.